

In der östlichen Wetterau am Fuße des Vogelsberges entwickelte sich aus einer staufischen Wasserburg die spätere ysenburgische Residenzstadt Büdingen zum Mittelpunkt einer ausgedehnten Waldlandschaft. Zum Schutze des ausgedehnten, vermutlich in der Zeit der Salier eingerichteten Wildbannes zwischen Kinzig und Nidder, dem hohen Vogelsberg und dem römischen Pfahlgraben hatte man schon sehr früh auf einer Insel zwischen zwei Seemenbacharmen eine feste Wasserburg errichtet. Sie wird zwar erst 1219 erstmals in einer Urkunde erwähnt, doch sind wesentliche Teile unverkennbar älter. Untersuchungen weisen sie in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts. Ihre Besitzer waren die Herren von Büdingen, die auch das Burggrafenamt in der nahen Kaiserpfalz Gelnhausen ausübten. Seit über 700 Jahren bewohnt dieses Geschlecht nun die einst staufische Wasserburg, das heutige Schloss. Büdingen – das ist, wie der berühmte Kunsthistoriker Richard Hamann vor achtzig Jahren gesagt hat, ein Gesamtkunstwerk. Wer durch das Jerusalemer Tor unsere Altstadt betritt, spürt, dass hier alles zusammen „passt“. Das alte Büdingen ist großenteils erhalten geblieben. Büdingens Bürger waren von jeher Ackerbürger. 1731 lebten in der Stadt und den Vororten Großendorf, Hinterburg und Schmitten 2093 Personen. Zu ihrer Viehhaltung gehörten 44 Pferde, 66 Ochsen, 362 Kühe und Kälber, 89 Ziegen und 363 Schweine. Nachrichten über das Federvieh sind uns aus diesem Jahr allerdings nicht überliefert.














































